Exchange 2010 Vorstellung und Einweisung einmal anders
Verfasst von Thomas Hoßfeld am 23. Dezember 2010
Exchange 2010 ist inzwischen das State-of-the-Art Kommunikationzentrum mittlerer und großer Umgebungen. Aber natürlich haben noch nicht alle Nutzer der Vorgängersysteme die Umstellung auf Exchange 2010 vorgenommen.
Die ersten Implementierungen und Schulungen jeweils mit und ohne Backup per NetApp oder Networker haben wir seit Frühjahr 2010 durchgeführt - nun kam zum Jahresausklang, in Zeiten relativer Besinnlichkeit, eine Anfrage, Exchange 2010 derart kurz und doch umfassend vorzustellen, dass
- ein Überblick über die Leistungsfähigkeit des Systems,
- eine Abschätzung des Hardwareaufwandes,
- die Migration vom jetzt genutzten Exchange 2003,
- eine aussagekräftige Vorstellung der Verwaltungstools,
- die tägliche Arbeit mit dem System aus administrativer Sicht und letztlich
- eine Empfehlung für eine Backup-Lösung unter Beachtung der gegebenen technischen Voraussetzungen des Kunden geboten werden sollte.
Dies ist weder durch einen Standardkurs noch durch eine reine Produktvorstellung zu realisieren. Also einen neuen Weg gehen: Auf einer Demoumgebung wurde die momentan vorhandene Umgebung nachgestellt, die vier nötigen Exchange 2010-Systeme dazugegeben und ein "Vortragsleitfaden" zusammengestellt. Dafür waren zwei Tage notwendig. Zeitgleich wurde für den Kunden ein VPN-Zugang zur Demoumgebung eingerichtet und getestet.
Der Vortrag, also die theoretische Einstimmung ins Thema, hat einen knappen Vormittag gedauert, wobei dort, wo sich das angeboten hat, natürlich "am System" gearbeitet wurde. Dieser Teil war für Entscheider, Verantwortliche und Administratoren gleichermaßen interessant - es wurden viele Fragen gestellt und sofort beantwortet - auch hier wieder mit praktischem Bezug zum Demosystem. Der zweite Teil des Tages gab den Administratoren und deren Vorgesetzten eine praktische Vorstellung der Administration und einen Einblick in die Umstellung von Exchange 2003 auf Exchange 2010. Die von uns empfohlene Backuplösung wurde nicht am Demosystem vorgestellt, sondern nur beschrieben und begründet - mit Verweis auf einen Refernzkunden in der Nähe.
Nach dem "Vortragstag" wurde der VPN-Zugang auf das Referenzsystem noch einige Tage offengelassen, so dass die Administratoren noch ein wenig üben konnten und vor allem einen Schnelldurchlauf diverser Powershell-Anweisungen mehrfach absolviert haben. Fragen dazu wurden am Telefon geklärt.
Insgesamt eine recht interessante Sache: Uns hat sie Spass gemacht, das vom Kunden gesetzte Ziel für die kurze Einweisung wurde mehr als erfüllt und die Kosten waren für alle Beteiligten "optimal".
Es ist eine Überlegung wert, diese Vorgehensweise zum festen Bestandteil unserer Beratungs- und Schulungsangebote zu machen.
NetApp SnapManager und NetApp DFM/DPM
Verfasst von Thomas Hoßfeld am 16. September 2010
Für den NetApp Snapmanager für Sharepoint gibt es eine neue Version: die 6.0. In zwei Jahren von 1.0 auf 6.0 - da muss sich etwas getan haben! Zeit, mal wieder den Umgang mit allen Tools zu trainieren. SnapDrive arbeitet wie gewohnt hoch zuverlässig, stabil und schnell - man muss es nur schaffen, die Firewall zum richtigen Zeitpunkt korrekt zu konfigurieren, was NetApp leider noch nicht in die Setup-Routinen eingebaut hat.
Die Verwaltung der NetApps per Systemmanger 1.1R1 sieht vielversprechend aus - nachdem ich feststellen musste, dass sie jedoch anders als die Konsole die "nächsten" Disks zur Erstellung von Aggregaten heranzieht und nicht die nächsten ausgenullten (=Wartezeit!) und auch die Zuordnung zu lokalen Gruppen nicht korrekt wiedergibt, bleibe ich jedoch bei der Filerkonsole.
Der NetApp DPM erlaubt es, Nearstore-Systeme sehr einfach und schnell für ein sekundäres Backup einzubinden. Vorrausgesetzt man weiss, in welcher Reihenfolge welche Schritte auszuführen sind. Hier wünscht man sich in der Hersteller-Doku taskbezogene Ausführungen. Das Ergebnis ist immer wieder überraschend: auf der Sekundärseite wird per Automatismus konsequentes Thin Provisioning betrieben. Damit ist der im Storage benötigte Platz im Vergleich zur Primärseite viel geringer, so dass sich auf der Sekundärseite ruhigen Gewissens weit zurückreichende Backups archivieren lassen. Alle Snapmanager, die SnapVault-Konfigurationen unterstützen (der SnapManager Hyper-V 1.0 ist hier die Ausnahme und tut dies nicht), können auch nahtlos mit den sekundären Backups für Restore-Zwecke umgehen. Bei SME und SMSQL lässt sich dies auswählen; der SMOSS nutzt automatisch jeweils die nächste verfügbare Version (primär, dann sekundär).
Im SME ist Single Mailbox Restore ab der Version 6.x fest im GUI verankert und damit extrem bequem zu bedienen - ein Genuss!
SnapManager Sharepoint (SMOSS) verfügt über einige interessante Zusatzfunktionen: ein Extender sorgt dafür, Daten bestimmter Größe und/oder bestimmten Alters auf File-Storage auszulagern und hilft damit, die SQL-Datenbanken klein zu halten. Eine Archivierungsfunktion verfolgt dasselbe Ziel; allerdings können hier die Endanwender Einfluß nehmen - auch eine Archivierung in SnapLock-Bereiche, die also erst nach Jahren wieder überschrieben werden dürfen, ist möglich. Abgerundet wird das Produkt um Migrationswerkzeuge "hin zu Sharepoint", die z.B. bei der Auflösung von Exchange Public Foldern helfen und den Umstieg auf Sharepoint zumindest beträchtlich vereinfachen. Migrationen sind außerdem möglich für Lotus-Systeme, Dateien und eRooms (was auch immer das ist ...).
Microsoft Exchange 2007 CCR Cluster auf NetApp mit SnapManager Exchange
Verfasst von Thomas Hoßfeld am 11. Juni 2010
Im zweiten HJ 2009 gleich bei zwei Kunden dasselbe Problem:
Trotz längerer Bemühungen will der CCR nicht arbeiten: keine Backups, keine Verifys - und gleich gar keine Restores. In beiden Fällen dauerte es ca. zwei Stunden und die ersten Backups konnten ausgeführt werden.
Mit dem Nebeneffekt, dass die Kunden auch noch - vorerst zumindest ansatzweise - verstanden haben, was warum wie funktioniert.
Die Anpassungen an die Backup- und Restore-Anforderungen dauerten dann jeweils noch einige Tage.
Bei einem der Kunden war das Storage-System unterdimensioniert, hier wurde in 2010 eine Migration auf neue NetApp Filer ausgeführt. Eine reizvolle Aufgabe bei einem Umfang von ca. 100 Exchange-Datenbanken (mit je bis zu 150 GB) und somit über 200 LUNs. Akribische Vorbereitung und Umstellung haben dafür gesorgt, dass die Endbenutzer von dieser Aktion nichts gemerkt haben. Wochen später dann eine Rückmeldung vom Kunden: es herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem neuen Storagedesign: für die Anwender reagiert das System geschmeidiger, für die Exchange-Admins ist es übersichtlicher zu administrieren und die Storage-Admins sind froh darüber, dass im vorher genutzten Storage wenig Last anfällt und sie damit auch flüssiger arbeiten können.