Login Registrieren
  • Die angeforderte Seite unter der URL '/robots.txt/' existiert nicht (mehr).
  • Die angeforderte Seite unter der URL '/blog/2007/' existiert nicht (mehr).
  • Die angeforderte Seite unter der URL '/blog/bare-metal-recovery/' existiert nicht (mehr).

Backup-Software im Vergleich

Verfasst von Thomas Hoßfeld am 27. Dezember 2011

Ende 2011 konnten wir die von uns betreuten Backup-Tools bei ihrem Einsatz für Microsoft-Produkte im direkten Vergleich bewerten: EMC NetWorker NMM 2.3, NetApp SnapManager in jeweils aktueller Version und Microsoft DPM 2010. Als eine erste Erkenntnis läßt sich festhalten, dass keines der Tools sich dergestalt hervorhebt, dass es uneingeschränkt zu empfehlen oder abzuraten wäre. Je nach zu sichernden Daten (MS Exchange, MS SQL, Sharepoint, MS DPM, Hyper-V, Systembackup) hat jedes Tool eigene Stärken und Schwächen.

Hier eine kurze Übersicht:
Beginnen wir bei beim Backup von Betriebssystemen: MS DPM und EMC Networker bieten hier gleichermassen bequeme und zuverlässige Unterstützung (siehe auch Blogbeitrag "Networker SaveSet ALL mit NMM 2.3"). NetApp bietet die Option, Betriebssysteme mittels "Open Systems SnapVault Agents" zu sichern, unterstützt im Gegensatz zu Microsoft und EMC jedoch kein Bare Metal Recovery.

Microsoft Exchange kann mit allen drei Tools gesichert und wiederhergestellt werden. Hier ist NetApp Snapmanager for Exchange in Kombination mit dem von Kroll Ontrack lizensierten "Single Item Restore" die leistungsfähigste - jedoch auch die kostenintensivste und in der Einrichtung aufwendigste - Lösung. Die auf NetApp-Storage abgelegten Backups können sehr schnell zugänglich gemacht und mit Single Item Restore Elemente wiederhergestellt werden. Bei Microsoft DPM und Networker EMC erfolgt der Restore einzelner Elemente unter Nutzung einer Wiederherstellungsdatenbank - diese muss jedoch erst einmal mit den Daten aus dem Backup gefüllt und anschließend gemountet werden; der notwendige Reparaturvorgang der Datenbank ist in beiden Tools integriert. NetApp und EMC bieten ein graphisches Interface zur Suche nach wiederherzustellenden Einzelelementen - Microsoft nutzt hier die Powershell, was die Daten besser vor unberechtigter Einsichtnahme schützt.

MS SQL: auch für die Sicherung, die Wiederherstellung und das (temporäre) Clonen von MS SQL-Datenbanken liefert NetApp das leistungsfähigste (und teuerste) Tool. Für die Wiederherstellung stehen die Optionen des Restores der Originaldatenbank ebenso wie Restore auf eine neue Datenbank zur Verfügung. Auch MS DPM bietet diese Möglichkeiten - problemlos auch auf andere MS-SQL-Server. NetApp verfügt darüber hinaus über die Möglichkeit des (temporären) Clonens von SQL-Datanbanken in sehr kurzer Zeit. Networker NMM kann derzeit nur die Originaldatenbank wiederherstellen; diese jedoch ebenfalls auf andere MS-SQL-Server (directed recover).

Sharepoint-Backups stellen allgemein hohe Anforderungen. Mit allen drei Tools können solche Backups ausgeführt werden. MS DPM zeichnet sich hierbei dadurch aus, dass die Konfiguration der Backups am Schnellsten ausgeführt werden konnte und darüber hinaus ein Restore einzelner Elemente möglich ist; jedoch nicht einzelner Versionen. Networker bedarf einer etwas aufwendigeren Einrichtung des Backups und verfügt in der Version 2.3 leider nicht mehr über die Möglichkeit des Sicherns und Restores einzelner Elemente wie die NMM-Versionen vor 2.3. NetApp verfügt mit dem SnapManager for Sharepoint (SMSP) auch auf diesem Bereich über die leistungsfähigste Software - leider kann sie nicht uneingeschränkt empfohlen werden. SMSP ist eine Lizenz der entsprechenden AvePoint-Software, was für hohe Qualität des Produktes spricht. Die NetApp-Version dieser Software ist jedoch stark limitiert und erscheint teilweise unbeherrschbar - wenn Fehler auftauchen, sind diese nicht immer zu lokalisieren und abzustellen. Seit einigen Monaten ist die Version 6.1 des SMSP angekündigt, die dann bis zum SMSP per Powershell bedient werden kann und eine bessere Fehlerdiagnose ermöglichen sollte. Die SMSP-Konfiguration ist vergleichsweise aufwendig (es werden dedizierte Backup-Server empfohlen), bietet jedoch neben einem single Item Restore auf Versionsebene auch integrierte Optionen für die Nutzung von SQL-BLOB-Storage sowie die manuelle und automatische Archivierung von Daten auf NetApp-Storage; auch auf über Jahre blockierten SnapLock-Bereichen.

Die weiteren möglichen Backups wurden von uns nicht ausführlich getestet, daher hier nur eine kurze Einschätzung:
MS DPM kann gesichert werden: durch einen zweiten MS DPM oder mittels Networker NMM. Beide Tools bieten diese Unterstützung explizit an. NetApp kann als Storage für den Betrieb des MS DPM mit SAN-Devices Verwendung finden, die dann natürlich auch durch NetApp-Snapshots gesichert werden können. Eine integrierte Unterstützung fehlt jedoch; auch gelang es uns nicht, auf den SnapShot einer als DPM-Disk-Storage genutzten LUN zuzugreifen: diese Datenträger wurden stets als nicht formatiert gemeldet.

Hyper-V-Umgebungen mit ihren VMs können durch alle drei Produkte gesichert und wiederhergestellt werden; NetApp bietet dafür den Snapmanager for Hyper-V seit zwei Jahren in der Version 1.0 an, d.h im Vergleich zum Snapmanager VI mit geringerem Leistungsumfang.
ESX-Umgebungen werden in den Backup-Konzepten sowohl von NetApp als auch von EMC Networker umfassend unterstützt: NetApp liefert den SMVI (SnapManager for Virtual Infrastructure) inzwischen voll integriert als "Virtual Storage Console for VMware vSphere";  Networker bietet die Konfiguration von Clients als VMWare-VM an.

Preisgestaltung und Fazit: Wer NetApp-Storage einsetzt, sollte auch für das Backup der Applikationsdaten auf NetApp-Produkte setzen, deren Preis in diesem Fall kein Hindernis darstellen darf. Networker NMM ist relativ teuer, bietet sich jedoch für heterogene Umgebungen, in denen Networker als zentrales Backup-Tool eingesetzt wird, an und lieferte gut implementierte Features. Microsoft DPM eignet sich nur zur Sicherung von Microsoft-Systemen: die Software beherrscht deren Backups und Restores perfekt, ist relativ preiswert, schnell  konfiguriert und übersichtlich. Sie ist auch als Ergänzung für "teure" Backup-Umgebungen zu empfehlen. MS DPM geht äußerst sparsam mit den Ressourcen um (Backup-Medien; Netzwerk). Microsofts DPM und besonders EMCs NMM zeichnen sich durch ein eindeutiges, einheitliches und "gut in der Hand liegendes" User-Interface aus.

Seite 1 von 1